Gott und die Welt

Gott und die Welt

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00:00:00: Antenne Gott und die Welt, der Podcast.

00:00:03: Was macht uns zu Menschen?

00:00:06: Eine Frage, die mich in den vielen Aufgaben der Diakonie und auch einfach als Mensch unter Menschen beschäftigt.

00:00:12: Oft finde ich die Antworten auf die großen Fragen nicht in den Lehrbüchern sondern unscheinbaren Setzen, die im Alltag auftauchen und so leuchtfeuern.

00:00:20: auf meinen Erkenntnis wegen werden.

00:00:22: In unserem Atelier de la Tour sind Menschen mit Behinderungen als Künstlerinnen tätig.

00:00:27: Jürgen Czeplak ist ein Künstler in unserem Atelier.

00:00:30: Einmal sagt er, Menschen haben dieselben Rechte wie normale Menschen.

00:00:35: Ein starker Gedanke der auch eine Geschichte erzählt die viele Menschen mit Behinderungen erleben sich selbst als gegenüber zum normalen zu erleben.

00:00:43: da gibt es also die normalen Menschen und mich.

00:00:47: was ist aber dann normal?

00:00:49: Offenbar ein einengender Begriff, der etwas festschreiben will, das dem allgemeinen Maß entspricht.

00:00:54: Das besonders durchschnittlich oder üblich ist.

00:00:57: Erwartbar und unauffällig – wer sollte es dann sein?

00:01:01: Jürgen Schäbler weiß er isst Mensch!

00:01:03: Und alle Menschen sind normal auf ihrer Weise den Normalist, dass jeder und jede einzigartig ist.

00:01:10: Nicht passgenau in diese Welt einzuordnen ist sondern auch mal neue Maßstäbe setzt.

00:01:15: Das macht uns Menschen aus, denn jeder Mensch ist ein Überraschungsgeschenk an dieser Welt.

00:01:36: Ferienzeit ist Familienzeit und damit auch Zeit der intensiven Gespräche.

00:01:41: Am Frühstückstisch ist beim gemeinsamen Philosophieren – das tun wir gerne – eine Frage bei meinen Kindern aufgedaucht.

00:01:48: Was hat sich der erste Mensch wohl als Allererstes gedacht?

00:01:52: Oder mit anderen Worten welcher Gedanke es wert ist, der Erste zu sein, der jemals gedacht worden ist!

00:01:59: Wir haben alle angestrengt nachgedacht, hingefühlt zum Moment sich als erster Mensch auf dieser Erde zu finden und zum Denken anzufangen.

00:02:07: Mein Sohn hat mich mit seinem ersten Gedanken berührt.

00:02:10: Ich glaube ich hätte mir als Erster Mensch gedacht wo sind die anderen?

00:02:15: Ist das nicht ein großartiger Gedanke?

00:02:17: Zunächst ist da die Frage nach dem anderen.

00:02:20: Zunächst is' da die Suche nach Beziehung!

00:02:22: Es ist nicht mal die Frage, bin ich allein?

00:02:24: sondern aus der Frage nach den Anderen strahlt die Zuversicht dass wir nicht alleine sind.

00:02:29: Darin liegt Zuspruch und Nähe.

00:02:31: darin liegt doch wechselseitige Verantwortung.

00:02:34: Wir sind uns nicht egal.

00:02:36: Das macht uns zu Menschen.

00:02:49: Vor vielen Jahren habe ich eine Flüchtlingsfamilie kennengelernt und sie bei ihrem Ankommen in Österreich nach einer sehr schweren Fluchtgeschichte begleitet.

00:02:58: Sie hatten ein Baby, das sie zur Taufe gebracht haben.

00:03:01: Bei der Taupe wird einem Kind ein Bibelwärts zugesprochen, der wie eine Sprache des Himmels ein Leben lang über diesen Menschen steht.

00:03:08: Unter einer langen Liste von wunderschönen Sätzen, die ich zur Verfügung gestellt habe, haben sie keinen ausgewählt.

00:03:15: Sondern selbst in der Bibel gelesen und einen ganz besonderen Satz herausgegriffen, den ich noch nie einem Dorfkind zugesprochen hatte – Der lautet, steh auf und ist!

00:03:25: Du hast noch einen weiten Weg vor

00:03:26: dir.".

00:03:27: Der Satz stammt aus der Geschichte des Iliya, ein mutiger und starker Mann, der völlig entkräftet und lebensmüde in Schuld- und Gewalt verstrickt in einer Höhle liegt und sein Leben aufgeben möchte wird von einem Engel besucht.

00:03:40: Er kommt nicht mit Weisheit sondern hat was zum Essen dabei und sagt steh auf und ist.

00:03:45: du hast noch einen weiten Weg vor dir!

00:03:48: Wenn ein Mensch am Boden zerstört ist, wenn nichts mehr geht und alle Wege scheinbar ins Ausführen dann braucht er nicht die besten Erklärungen und Tipps wie das Leben besser gelingt.

00:03:57: Zunächst Stärkung – dann erst die guten Lösungen.

00:04:00: Jeder Mensch braucht jemanden der da ist, wen er

00:04:03: fällt.".

00:04:24: Und hasten sich oft durch Fragen an die Welt heran.

00:04:27: Mitunter werden wir auch als Erwachsene als Eltern oder Pädagoginnen dadurch mit herausgefordert über vieles nachzudenken.

00:04:34: Eines meiner Kinder hatte und hat immer noch eine besondere Neugierde, mir definitiv antworten auf Entscheidungsfragen abzuringen.

00:04:41: Das sind dann Fragen wie würdest du lieber fünf Minuten über den Marianengraben schwimmen oder über eine schmale Hängebrücke?

00:04:48: Über eine tausend Meter hohe Schlucht gehen also Belastungsproben aber es gibt doch diese nie wieder fragen.

00:04:55: Würdest du eher nie wieder Orangen essen oder nie wieder Bananen essen?

00:04:59: Unter den Nie-Wieder-Fragen ist eine besondere aufgetaucht.

00:05:02: Würdest du eher nie wieder bitte oder nie wieder Danke sagen dürfen?

00:05:08: Das war dann tatsächlich herausfordernder und folgenschwerer zu bedenken als die Orangenfrage.

00:05:13: Nie Wieder Bitte oder Nie Wiederdanke sagen!

00:05:16: Aber dann war es doch bald klar für mich.

00:05:18: Ein nicht gesprochenes Bitte kann man vielleicht noch mit der Stimmlage, mit höflichen Formulierungen und Haltung und Gesichtsausdruck ausgleichen – aber ein Leben ohne Dankgesagen zu dürfen würde mir den Atem nehmen!

00:05:31: Dankbarkeit ist eine echte Ressource.

00:05:33: Wir Menschen sind in der Lage, Dankbarigkeit zu fühlen!

00:05:36: Ein Danke schenkt unseren Beziehungen Wärme und Demut.

00:05:40: Dankbarheit lässt uns auch tiefer begreifen und weiterblicken – und gibt uns den langen Atem und auch den frohen Mut durch vieles hindurch.

Über diesen Podcast

Gedanken über Gott und die Welt sollen Impulse geben: zum Innehalten, um Fragen zu stellen und Antworten zu finden.

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